Joan Priego (Barcelona, 1969) ist ein spanischer Bildhauer, der in seinen Werken die Zerbrechlichkeit und Zersplitterung der menschlichen Identität anhand figurativer Skulpturen thematisiert, die er überwiegend aus wiederverwertetem Holz schnitzt. Als ausgebildeter Bildhauer und Absolvent der Philosophie betrachtet er die menschliche Figur als ein lebendiges Archiv, in dem Erinnerung, Verletzlichkeit und persönliche Geschichte sichtbar im Material selbst verankert bleiben.
Priego arbeitet hauptsächlich mit wiederverwertetem Kiefernholz, das aus abgerissenen Gebäuden und aus städtischem Abfall stammt, und verwandelt das ausrangierte Holz in einzigartige Skulpturen, in denen Risse, Astlöcher und Spuren früherer Leben erhalten bleiben. Anstatt diese Unvollkommenheiten zu verbergen, bindet er sie in jedes Werk ein, sodass die Geschichte des Materials selbst untrennbar mit der psychologischen Präsenz der Figur verschmilzt. Zarte Polychromie, Wachs und natürliche Oberflächen unterstreichen diesen Dialog zwischen Materie und Erinnerung.
Seine Skulpturen bewegen sich häufig im Spannungsfeld zwischen dem Sakralen und dem Alltäglichen und verbinden eine ausdrucksstarke, direkte Schnitztechnik mit subtilen Ironien und existenzieller Reflexion. Themen wie Dualität, Widerstandsfähigkeit, Unvollständigkeit und die Möglichkeit der Erneuerung ziehen sich durch ein Schaffen, das Skulptur als einen Akt der Rekonstruktion versteht – sowohl im physischen als auch im symbolischen Sinne.
Priego hat Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Spanien sowie international präsentiert, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Portugal, den Niederlanden und Dänemark. Seine Werke befinden sich in der Sammlung der „“ der Fundació Vila Casasin Barcelona und wurden mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt, darunter der „“-Preis der Fondation Charles Oulmont(Paris) und der Sonderpreis des „“ Arte Laguna International Art Prize(Italien).