Gegenstände, Dinge, die ich in der Hand halten oder in die Tasche stecken konnte, haben in meiner Vorstellung immer ein Eigenleben geführt und eine starke Resonanz in meiner Welt erzeugt. Das kleine Spielzeug, mit dem meine Cousine spielte, wenn sie zu Besuch kam, die Mütze, die mein Vater trug, der Stein, über den ich auf dem Weg zum Briefkasten immer stolperte, die Kaffeetasse, aus der meine Freundin trank - all diese Dinge, diese unbelebten, stummen Gegenstände, erhielten eine Kraft und eine Energie durch ihre Verbindung mit der bevölkerten Welt und trugen sie in sich. Aber es ist die Existenz, die sie selbst besitzen, ihr eigenes Leben im Universum der Objekte und der Welt selbst, das noch geheimnisvoller und verführerischer ist. Ich weiß, dass ihre Welt ein ganz anderes Zeitgefühl hat, eine Geduld und eine Ruhe, die in der Welt der Menschen unbekannt ist. Ich kann eine Schüssel auf den Tisch stellen und den Raum verlassen, für einen Tag, einen Monat oder ein ganzes Leben; jede einzelne Sekunde ist gefüllt mit meinem Kampf und meiner Anstrengung oder meinem Lachen und meiner Freude. Und wenn ich wieder in den Raum zurückkehre, wird die Schale immer noch auf dem Tisch stehen, auf den ich sie gestellt habe, vielleicht verstaubt, aber unverändert, nicht so sehr wartend, sondern einfach und zutiefst existierend. Die Objekte weisen eine Harmonie, einen Frieden und eine Koexistenz mit der Welt auf, die die Welt, in der ich lebe, im Vergleich dazu hektisch und ein wenig absurd erscheinen lassen.
Dieser Respekt vor und die Verbundenheit mit Objekten und der von ihnen wahrgenommenen Welt liegt meiner Arbeit als Stilllebenmalerin zugrunde. Gleichzeitig sind die Dinge auf den Gemälden in erster Linie dazu da, die Anforderungen des Gemäldes selbst zu erfüllen, so wie die Schauspieler in einem Theaterstück die Anforderungen des Drehbuchs erfüllen müssen. Jede symbolische oder metaphorische Absicht ist den formalen Anforderungen untergeordnet, die sich aus den spezifischen Erfordernissen eines jeden Bildes ergeben. Ich versuche, durch die kombinierten Aktionen und Interaktionen der formalen Elemente im Gemälde einen bestimmten visuellen Ton zu treffen. Die Bilder sind ein Versuch, eine Reihe von Beziehungen zu konstruieren oder zu entdecken, die harmonisch und gleichzeitig von einem Hauch von Spannung durchdrungen sind. Diese formale Spannung wird durch die Einbettung dieser abstrakten Qualitäten in die Illusion des Bildes noch verstärkt. In jedem Gemälde versuche ich, ein Gleichgewicht zwischen einem klaren und überzeugenden Realismus und einer klaren und aufgeladenen formalen Konstruktion zu finden und so aus den alltäglichsten Umständen ein bemerkenswertes Ereignis zu schaffen.