John Gibson ist ein gebürtiger Massachusettser, der 1958 in Boston geboren wurde. Er besuchte die Rhode Island School of Design (wo er 1980 einen BFA-Abschluss erwarb), bevor er seinen Postgraduierten-Abschluss am renommierten Master-Programm in Yale machte. Gibson hatte 1984 seine erste Einzelausstellung an der University of Massachusetts und begann in den späten 1980er Jahren mit Gruppenausstellungen in Boston und New York. Anfang der 1990er Jahre konzentrierte sich Gibsons Malerei auf pyramidenförmige Kompositionen von Kugeln, die an Kinderspielplatzbälle erinnern und wie bunte Fußbälle verziert sind. Diese in Öl auf Holztafeln ausgeführten Werke brachten Gibson viel Lob von der Kritik ein, u. a. vom Boston Globe, der Partisan Review und dem New Yorker. Gibsons Gemälde sind voller subtiler und doch provokanter Brüche, die die anfängliche Wahrnehmung der Werke durch den Betrachter herausfordern. Während diese Bilder auf den ersten Blick recht einfache, atmosphärische und realistische Darstellungen von bunten Kugeln zu sein scheinen, zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass die Oberflächen von Gibsons Gemälden von der Künstlerin tief in geometrische Muster eingekerbt wurden, die manchmal mit den Umrissen der in Farbe wiedergegebenen Kugeln übereinstimmen, in anderen Fällen aber auch nicht. Diese Einschnitte suggerieren eine unsichtbare Unterstruktur, die auch dazu dient, die Körperlichkeit des Bildes zu verstärken. Einige Stücke enthalten auch eingeritzte und/oder gemalte Andeutungen von schattenhaften architektonischen Räumen (Bögen, Gänge, flache Nischen), in denen die Kugeln platziert sind. Der Maßstab der dargestellten Objekte ist letztlich unklar: Die Bälle könnten von der großen, aufblasbaren Sorte sein, aber sie suggerieren auch die Dichte viel kleinerer, verzierter Krocketbälle aus Holz (eine Diskrepanz, die durch den Maßstab der Gemälde noch verstärkt wird, die von überlebensgroß bis zu Miniaturen von nur 10 x 6 Zoll oder weniger reichen). Darüber hinaus handelt es sich bei den in Gibsons Gemälden dargestellten Arrangements aus mehreren Kugeln und offenen Pyramiden um unmögliche Strukturen, die darauf hindeuten, dass sie, so realistisch sie auch wiedergegeben sein mögen, in Wirklichkeit Konstrukte der Vorstellungskraft des Künstlers sind, die die Kluft zwischen Darstellung und geometrischer Abstraktion überwinden. John Gibsons Werke befinden sich derzeit in zahlreichen Firmensammlungen und öffentlichen Sammlungen im ganzen Land, darunter die des Metropolitan Museum of Art in New York, der University of Massachusetts, des Ackland Art Museum in Chapel Hill, North Carolina, und der New York Public Library.