19. Jahrhundert, Romantik, Genremalerei, Schafspelztisch
Pieter Plas stellte sich mit dieser pastoralen Szene in die Tradition von Malern und Zeichnern des 17. Jahrhunderts wie Nicolaes Pietersz Berchem, Karel du Jardin, Marcus de Bye und Paulus Potter. Dennoch trägt das Werk die typischen Ideale der Romantik in sich. Die Romantiker wollten zu der von ihnen idealisierten Natur zurückkehren. Sie glaubten an eine Verbindung zwischen dem Individuum und der Natur. Die Harmonie zwischen der Hirtin und ihrer Schafherde ist Teil dieser Geschichte. Dieser Gedankengang muss vor dem Hintergrund der fortschreitenden Industrialisierung gesehen werden, die die traditionelle ländliche Gesellschaft unter Druck zu setzen begann. Plas lässt das Licht auf subtile Weise durch eine Türöffnung in die Scheune eindringen. Die Sonnenstrahlen, die die Schafe - in einer leicht diagonalen Linie - beleuchten, verleihen der Szene Tiefe und Lebendigkeit. Die Bäuerin trägt einen Eimer mit Milch. In der Region Alkmaar und Texel wurde Schafsmilch zur Herstellung von Käse verwendet. Natürlich lieferten diese Tiere auch das Rohmaterial für die Wolle. Das Heu wird auf den Holzbalken des Stalls gelagert. Es war ein Zusatzfutter für die Schafe. Pieter Plas (1810-1853) stammte aus einer bekannten Alkmaarer Künstlerfamilie. Sein Vater und erster Lehrer war der Wagen- und Landschaftsmaler Louwerencius Plas (1776-1847).
Der Maler selbst war bis zum Alter von 24 Jahren auch Kutschenmaler. Nach zwei Jahren in Hilversum bei Willem Bodeman und bei dem Tiermaler Jan van Ravenswaay...
Kategorie
19. Jahrhundert Romantische Gemälde