Commedia Dell'Arte Group Harlekin-Familie von J.J. Kaendler, Deutschland, um 1870
Sehr seltene Commedia dell'Arte Figurengruppe aus dem 19. Jahrhundert:
Harlekin und Columbine mit Kind tanzen im Kreis: Harlekin in grüner Jacke mit goldenen Knöpfen und weißer Halskrause und bunter Rautenhose, auf dem Kopf einen Federhut, die rechte Hand um Columbines Taille gelegt, sie in langem gelben Rock mit weiß gemusterter Schürze, weißer Bluse, darüber ein blauschwarzes Mieder und auf dem zusammengebundenen Haar ein passendes Hütchen, in der linken Hand den Takt gebend mit Kastagnetten, auf dem rechten Arm ein Kind in Rautenkostüm und gelbem Hut tragend.
Auf flachem, unregelmäßigem Natursockel, bedeckt mit plastisch geformten Blüten und Blättern.
Harlekin, vom italienischen arlecchino, ist eine der Dienerfiguren aus der Commedia dell'arte der Renaissance. Colombina ist ebenfalls eine Person aus der unteren sozialen Schicht. Meistens spielt sie die Rolle des Dienstmädchens oder der Köchin. Sie ist nicht aufgesetzt, sondern eine lebenslustige und selbstbewusste Persönlichkeit. Mit ihrer dominanten und verführerischen Art zieht sie oft Verehrer an (z.B. Brighella), gegen die sie sich zu wehren weiß. Die Figur der Colombina hat keine Maske und trägt meist einfache Frauenkleidung.
Hoffeste im Barock und Rokoko waren repräsentative Gesamtkunstwerke. Sie dauerten Tage, Wochen oder Monate. Maskenball, Oper, Jagd, Feuerwerk und Illumination gehörten zum abwechslungsreichen Vergnügen des Hofes - ebenso wie die Commedia dell'Arte, ursprünglich eine Form des italienischen Volkstheaters, die auf Masken und Figuren mit definierten Charakteren basiert. Aus Faszination für diese Art von Schauspielern griff Johann Joachim Kaendler zu Beginn der 1770er Jahre die Commedia dell'Arte thematisch auf und schuf die Figuren erstmals in Meissener Porzellan. Ihre theatralischen Gesten und Körperhaltungen, ihre ausdrucksstarke Mimik und ihre farbenfrohen Kostüme mit eng anliegenden Hosen entsprachen vor allem Kaendlers Interesse an bewegten Figuren. Wie war
Kupferstiche von Jean-Antoine Watteau, Jacques Callot und Einflüsse des aufkommenden Klassizismus als seine Vorbilder.
Designer:
JOHANN JOACHIM KÄNDLER (1706 - 1775) war von 1742 bis 1775 leitender Bildhauer an der Meissener Manufaktur. Er ist der berühmteste Modelleur, den die Meissener Manufaktur je hatte und schuf berühmte Serien wie Hirtenfiguren, Komödiantenkinder, Gärtnerkinder (mit Acier), Pariser Townes (mit Reinicke und Meyer), Galanteriefiguren, etc.etc.
Das Modell 115 x wurde im Jahr 1738 geschaffen.
Manufaktur: Meissen Deutschland
Datierung: hergestellt um 1870
MATERIAL: weißes Porzellan, glänzende Oberfläche
Technik: Handarbeit und feinste Handmalerei
Größe:
Höhe: 18,5 cm / 7.28 in
Breite: 11,0 cm / 4,33 in
Tiefe: 10,0 cm / 3,93 in
Markierungen:
Blaue gekreuzte Meissener Schwerter Marke Knäufe auf Griffe erste Qualität
Modellnummer 115 x ehemalige Nummer 125 ehemalige Nummer 38
Bibliographie:
Thomas & Sabine Bergmann, Meißner Figuren...
Kategorie
1850er Deutsch Antik Rococo Edo-Serviergeschirr, Keramik, Silber und Glas