Diese kunstvoll in einem leichten Schattenrahmen mit nicht reflektierendem Pixie-Glas gerahmten Stickerei-Paneele aus Japan stammen aus der Zeit um 1910-1930, Ende der Meiji- bis frühen Taisho-Periode. Diese Zeit war der Höhepunkt der japanischen Überseeausstellungen, als der Japonismus Europa und Amerika im Sturm eroberte und einen nachhaltigen Einfluss auf die westliche Kunst und das westliche Design hatte. Der Einfluss war jedoch nicht nur in eine Richtung gerichtet: Als japanische Künstler, Kunsthandwerker und Händler westliche Kunst kennenlernten, inspirierte und beeinflusste dies wiederum die Ästhetik der japanischen Kunst, die für den westlichen Geschmack geschaffen wurde. Schnell entstanden interessante Kunstformen mit einer besonderen Sichtweise, die eine Brücke zwischen Ost und West schlägt, wobei die grundlegenden Techniken immer noch in der japanischen Tradition verwurzelt sind. Diese seltenen hyperrealistischen gestickten Porträts waren ein solches Beispiel. Sie übernahmen das wesentliche Format des westlichen Porträts, das in der viktorianischen und edwardianischen Gesellschaft verbreitet war, ersetzten es jedoch durch exotische japanische Motive und wurden in traditionellen Sticktechniken ausgeführt, die von den Einheimischen seit Jahrhunderten perfektioniert worden waren.
Die beiden angebotenen Porträts, ein älterer Mann mit langem weißem Bart und runder Brille, der sich eine Pfeife anzündet, und ein grinsender Mann in bäuerlicher Kleidung, sind beide in einen schwarzen Hintergrund eingebettet, der den Eindruck eines klassischen westlichen Ölgemäldes oder vielleicht sogar einer Fotografie erweckt. Die feinen Stiche wurden zu einer beeindruckend hyperrealistischen Bildsprache verarbeitet, die weit von der traditionellen japanischen Stickerei...
Kategorie
Frühes 20. Jahrhundert Japanisch Japanisches Japonismus Wandschmuck